Allgemeine Bedrohungslage 2025/2026
Die Cybersicherheitslage in Deutschland wird vom BSI als "angespannt bis kritisch" eingestuft. Mit einem jährlichen Gesamtschaden von 289,2 Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft – davon rund 70 % durch Cyberangriffe verursacht – hat die Bedrohung ein historisches Rekordniveau erreicht (Bitkom Wirtschaftsschutz 2025). 87 % aller deutschen Unternehmen meldeten im Berichtszeitraum einen erfolgreichen Angriff. Das BSI verzeichnet täglich durchschnittlich 119 neue Schwachstellen in Software und Systemen, ein Anstieg von 24 % gegenüber dem Vorjahr. Das BKA registrierte 2024 insgesamt 131.391 Cybercrime-Fälle in Deutschland, zusätzlich zu über 200.000 Taten mit Auslandsbezug. Das Allianz Risk Barometer 2026 stuft Cybervorfälle zum fünften Mal in Folge als das größte Geschäftsrisiko weltweit ein.
Die Bedrohungslandschaft wird zunehmend durch die Konvergenz verschiedener Angreifergruppen geprägt. Cyberkriminelle, staatlich gesteuerte Akteure und Hacktivisten nutzen dieselben Werkzeuge und Infrastrukturen. Das Crime-as-a-Service-Modell (CaaS) im Darknet ermöglicht hochprofessionelle Angriffe auch für technisch weniger versierte Täter. Ransomware-as-a-Service (RaaS), Phishing-Kits und der Handel mit kompromittierten Zugangsdaten durch Initial Access Broker (IABs) haben die Einstiegshürde für Cyberkriminalität drastisch gesenkt.
Quelle: BSI-Lagebericht 2025